Schmerzhafter Zeh; ein eingewachsener Zehennagel.
- Was ist ein eingewachsener Nagel?
- Wie entsteht ein eingewachsener Nagel?
- Der Unterschied zwischen einem einwachsenden und einem eingewachsenen Nagel
- Was tun bei einem eingewachsenen Nagel?
- Was kannst du selbst bei einem eingewachsenen Nagel tun?
- Professionelle Hilfe bei einem eingewachsenen Nagel
- Wie beugt man eingewachsenen Nägeln vor?
Was ist ein eingewachsener Nagel?
Ein eingewachsener Zehennagel (medizinischer Fachbegriff Unguis incarnatus) ist sehr schmerzhaft und entsteht meist am Nagel des großen Zehs. Der (Seiten-)Rand des Zehennagels wächst nicht neben, sondern in die Haut. Der Nagelfalz wird dadurch extrem empfindlich/schmerzhaft, da eine Wunde entsteht. Der Zeh ist rot und geschwollen (Entzündung), es kann Eiter entstehen und in einem späteren Stadium auch die Bildung von wildem Fleisch (Granulationsgewebe).
Diese Beschwerde kommt sowohl bei Männern als auch bei Frauen in allen Altersgruppen vor, auffallend häufig jedoch bei jungen Erwachsenen zwischen 15 und 25 Jahren.
Wie entsteht ein eingewachsener Nagel?
Ein eingewachsener Zehennagel kann mehrere Ursachen haben, entsteht aber fast immer in Kombination mit großem Druck auf den Zeh, beispielsweise durch einengende Schuhe oder den Druck der anderen Zehen. Durch diesen Druck beginnt der Nagel bereits aus der Matrix heraus anders zu wachsen und bildet an der Seite eine stärkere Krümmung. In Kombination mit dem zu runden statt geraden Abschneiden des Nagels dringt der Nagel beim Herauswachsen immer tiefer in den Nagelfalz ein. Besonders dann, wenn die Nagelecke nicht richtig abgerundet wird und eine scharfe Spitze entsteht.

Ursachen, die zu einem eingewachsenen Nagel führen können:
- großer Druck auf den Zeh, z. B. durch einengendes Schuhwerk
- Verletzung des Zehs (Trauma)
- abnorme Stellung der Zehen
- zu rundes und tiefes Abschneiden der Zehennägel
- weiche Nagelumgebung durch Schweißfüße, Hormone oder feuchte Bedingungen
Wie stark die Beschwerden durch einen eingewachsenen Nagel sind, kann sehr unterschiedlich sein. Bei dem einen ist es nur eine empfindliche Stelle, die ab und zu aufflammt, während ein anderer chronisch kaum noch etwas am Zeh ertragen kann.
Der Unterschied zwischen einem einwachsenden und einem eingewachsenen Nagel
- Ein einwachsender Nagel (Pseudo unguis incarnatus) drückt mit der Seite des Nagels in die Haut. Dies kann leichte bis starke Schmerzen verursachen. Die Nagelumgebung kann geschwollen und gerötet sein, aber der Nagelfalz ist noch intakt und es liegt keine Entzündung vor.
- Ein eingewachsener Nagel (Unguis incarnatus) wächst mit der Nagelspitze in den Nagelfalz, wodurch eine Wunde entstanden ist. Dies verursacht eine Entzündung mit Wundwasser- oder Eiterbildung.
Eingewachsene Zehennägel lassen sich in 3 Stadien einteilen:
- erstes Stadium: Schwellung des Nagelfalzes, Ödem, Rötung und Druckempfindlichkeit. Dies nennen wir einen einwachsenden Nagel
- zweites Stadium: wie Stadium 1, mit Durchdringung der Haut durch den Nagel, wodurch eine Entzündung entsteht und Schmerzen bei Druck auf den Nagelfalz auftreten.
- drittes Stadium: wie Stadium 2, jedoch mit einer chronischen Entzündung des Nagelfalzes mit Eiterbildung, die zur Bildung von wildem Fleisch (Granulationsgewebe) führen kann.

Was tun bei einem eingewachsenen Zehennagel?
Ein eingewachsener Zehennagel heilt nicht von selbst. Solange der Nagel in den Nagelfalz drückt, bleiben die Schmerzen bestehen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen eingewachsenen Zehennagel zu behandeln. Welche für dich die beste ist, hängt vom Stadium ab und davon, ob du selbst versuchen möchtest, es zu beheben, oder lieber professionelle Hilfe suchst.
Was kannst du selbst bei einem eingewachsenen Zehennagel tun?
Wenn eine Entzündung vorliegt oder starke Schmerzen bestehen, kontaktiere immer einen Arzt und werde nicht selbst aktiv. Es ist nicht einfach, einen einwachsenden Nagel selbst zu behandeln, und es erfordert einige spezifische Instrumente, aber mit den folgenden Tipps kannst du verhindern, dass es schlimmer wird.
- Oft wird empfohlen, den Zeh mit dem eingewachsenen Nagel in einem Bad mit Soda oder Spezialwaschmitteln einzuweichen. An sich reinigt dies eine eventuelle Entzündung und weicht die Nagelplatte auf, was die Schmerzen vorübergehend lindert. Aber auch die Haut des betroffenen Nagelfalzes wird weicher und noch anfälliger. Es ist daher keine gute Lösung, sondern eher Symptombekämpfung.
- Was du selbst tun kannst, ist, die Nagelumgebung gründlich zu reinigen. Oft befindet sich Schmutz zwischen Nagelfalz und Nagel; wenn du diesen entfernst, kann das bereits Erleichterung verschaffen. Am einfachsten geht dies, indem du die Nagelumgebung befeuchtest und den Schmutz mit einer Exkavator-Nagelfeile entfernst. Dieses Instrument ist ein sehr kleiner, schmaler Löffel mit einer konvexen und einer scharfen Seite, mit dem Schmutz herausgekratzt werden kann. Achte darauf, dass die konvexe Seite an der Haut anliegt und die scharfe Seite keine Wunden verursacht.
- Du kannst auch mit einer schmalen Eckfeile vorsichtig die Seite des einwachsenden Nagels glatt feilen, damit keine scharfen Spitzen oder Risse mehr vorhanden sind, die in die Haut stechen.
- Wenn die Nagelumgebung sauber ist und die scharfen Ränder glatt gefeilt sind, könntest du ein kleines Stück Copoline (oder notfalls ein Wattebausch) mit einem Nagelheber zwischen den Nagel und den Nagelfalz legen. Dies schützt die Haut des Nagelfalzes vorübergehend, damit sie sich wieder erholen kann.
- Desinfiziere die Nagelumgebung immer, nachdem du den Nagel behandelt hast, mit einem Desinfektionsmittel oder Desinfektionsalkohol. Es kann immer eine kleine Hautverletzung entstanden sein, und so beugst du einer Infektion vor.
Professionelle Hilfe bei einem eingewachsenen Zehennagel
Hast du regelmäßig Probleme mit einem einwachsenden oder eingewachsenen Nagel, aber keine Entzündung? Vereinbare einen Termin bei einer (medizinischen) Fußpflegerin/Podologen.
Eine Fußpflegekraft kann durch eine Behandlung die Beschwerden sofort lindern. Der Nagel wird desinfiziert, gefeilt, gegebenenfalls verdünnt und freigelegt, wodurch die Haut sich erholen kann. Und es gibt mehrere Möglichkeiten, eingewachsenen Nägeln in Zukunft vorzubeugen.
So kann zum Beispiel eine Nagelspange angebracht werden, die den Nagel in die richtige Form lenkt. Dies kann auch durch das Auftragen einer Acrylschicht auf die Nagelplatte erfolgen.

Hast du eine Entzündung oder leidest du häufig unter einem eingewachsenen Nagel, der starke Beschwerden verursacht – gehe zum Hausarzt. Der Arzt kann die Entzündung behandeln und dich gegebenenfalls an einen Chirurgen überweisen, der operativ einen Teil des Nagels entfernt.
Wie beugt man eingewachsenen Nägeln vor?
Es dauert oft längere Zeit, bis man gar keine Beschwerden mehr durch einen eingewachsenen Nagel hat. Am besten ist es, das Einwachsen von Nägeln zu verhindern!
Unsere Tipps:
- Schneide Nägel gerade und nicht zu kurz ab. Damit verhinderst du, dass die Haut an der Stelle nach oben wächst, wo eigentlich der Nagel sein sollte. Schneide also die Ecken nicht weg. Das Abrunden scharfer Ecken mit einer Feile ist kein Problem.
- Sorge für nicht einengende Schuhe. Besonders Schuhe mit einer engen Kappe oder hohen Absätzen verursachen viel Druck auf die Nägel. Natürlich kannst du solche Schuhe ab und zu tragen, aber wechsle sie häufig ab. So lastet der Druck nicht jedes Mal auf der gleichen Stelle.
- Ziehe die Schuhe sofort aus, sobald dies möglich ist. Ohne Schuhe haben deine Zehen viel Platz und es gibt keinen Druck.